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Rauchende Colts im Lohring

Rauchende Colts im Lohring

VfL Bochum – HSG Rauxel-Schwerin 3 45:14 (23:7)

Schon wieder Wochenende, schon wieder Handball. Um den immer noch uneingeschränkt geilsten Sport der Welt auszuüben, hatte der VfL Bochum die Festung am Lohring herausgeputzt, Currywurst und Kaltgetränke der Marke Moritz Fiege bereitgestellt und Gegner eingeladen. Während die zweite Herrenmannschaft ihr Spiel gegen die Zweitvertretung der TSG Sprockhövel gewinnen, nutzt die Fischer-Sieben, bei der Trainer Rob 1-100 wieder an die Seitenlinie zurückkehrt, die Zeit zu einer Mannschaftssitzung. Zu viele Störgeräusche aus der Auswärtsniederlage gegen die Eisenbahner des ETG Recklinghausen mussten noch aufgearbeitet werden – Stichwort ETGate. Nachdem alle Probleme abseits der Platte intern ordentlich durchgekaut und besprochen waren, richtete sich der Blick wieder auf den Sport. Bochum hatte zwar in Recklinghausen bei einer unnötigen Niederlage einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen müssen, brannte aber gegen den Tabellenletzten aus Rauxel auf Wiedergutmachung. Zudem sollten die Verfolger im Rennen um Tabellenplatz Drei auf Abstand gehalten werden.

Mit entsprechend Dampf kam der VfL auch in die Partie. Die ersten beiden Angriffe waren drin und obwohl Rauxel zum 2:1 verkürzen konnte, war der direkt danach parierte Siebenmeter von Torwart Dennis das frühe Zeichen, heute die großen Geschütze auszupacken. Als sich der Rauch nach schnellem und kompromisslosem Gegenstoßspiel und blauer Wand nach einer guten Viertelstunde erstmals leicht lichtete, hatte sich Bochum mit einem 11:0-Lauf den ETG-Frust von der Seele geballert und den körperlich und spielerisch klar unterlegenen Gästen die handballerischen Grenzen aufgezeigt. Bis zum Pausenpfiff zeigte der im feinen dunkelblauen Heimzwirn aufgelaufene VfL keine Gnade und zog auf 23:7 davon.

Aus der Kabine kam das Heimteam genauso gut aufgelegt, zog im Weiteren noch deutlicher davon und hatte deutlich Lust am Torewerfen. Am Schluss reist der deutlich unterlegene Gast aus Rauxel mit einer ordentlichen Packung im Gepäck wieder nach Hause.

Der VfL kann die Scharte gegen Recklinghausen eindrucksvoll ausmerzen, wobei der Gegner durchgehend deutlich Lehrgeld zahlen musste. Erstaunlicherweise gibt es bei klaren Siegen ähnlich wenig Spannendes zu erzählen wie bei klaren Niederlagen. Bochum ballert und komplettiert so einen sehr guten Heimspieltag, während die Jungspunde der Gäste eher die Platzpatronen eingepackt hatten. Zusätzliche Freude auf die Gesichter spült die Rückkehr des Legomannes. Kapitän Jannik hat die Folgen eines Muskelfaserrisses auskuriert und gibt sein Comeback – sogar mit der Rückkehr in die Torschützenliste. Der Spruch des Tages kommt vom Hobbyinvaliden und Langzeitverletzten Cedric: Zwei Spiele mit einem und eins mit 32 gewinnen, kann man machen.

Spieler des Spiels wird Tausendsassa Alex, der heute vor allen an der Spitze der 5-1-Deckung für ungefähr alle Ballgewinne verantwortlich war. Durch den Rückzug von Welper steht der VfL vor einem spielfreien Wochenende, bevor in der Woche danach Olfen zum Topspiel nach Bochum reist. Da heißt es, die letzten Wehwehchen, die der handelsübliche Handballer über die Saison so sammelt wie andere Strafzettel oder Briefmarken, auszukurieren und dann fokussiert und mit dem unbändigen Willen aufzulaufen. Auf geht’s, weiter so, Jungens.

Update: Durch das Corona-Virus ist der komplette Spielbetrieb der Handballer des VfL bis zum 19.04. eingestellt. Bleibt sicher, bleibt gesund und bleibt dem Handball treu!

Für den VfL die großen Wummen mitgebracht haben: Dennis Kocian (TW), David Peters (TW), Max Birkemeier (4), Patrick Bräuter (3), Alex Cousen (3), Moritz Wetzel (11/4), Max Weiss (3), Raul Ruppersberger (3), Jannik Kocian (1), Torben Aspöck (2), Leo Hadram (10), Julius Kirschner (5).