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Endlich geht’s wieder los

Endlich geht’s wieder los

HSG ECD Hagen – VfL Bochum 31:30

Eine abgebrochene Saison, die Quotientenregel als spezieller Weg zum Aufstieg und dann quälend lange kein rundes Leder mehr in der Hand, kein Harz an den Fingern, kein kühles Fiege nach dem Training. Über Laufen in Kleingruppen und Training mit Hygienekonzept hat sich die erste Herrenmannschaft des VfL Bochum – auch in dieser Saison als Fischer-Sieben und Bomberstaffel unterwegs – langsam wieder einen Hauch von Normalität erkämpft. Nächste Station auf der Strecke zu einer Saison in der Kreisliga war das erste Testspiel – also das erste Mal Handball mit Zeitnehmer, Schiri, dem VfL-Wappen über der in der Corona-Pause leicht weniger muskulös gewordenen Brust.

Sportlich muss der VfL den Verlust von Torhüter Dennis Kocian verkraften, der sich beruflich bedingt in den deutschen Süden verabschiedet hat. Dafür sind mit Rückkehrer Lars Sikorski und den Neuzugängen Jannis Frank und Cedric Lorra Stützen und Alternativen im Rückraum und in der Deckung dazugekommen. Wie genau sich diese einfügen können, wird die Zeit zeigen müssen.

Das Spiel in Hagen beginnt holprig – beiden Mannschaften merkt man die spielfreie Zeit deutlich an. Die Bochumer beginnen etwas besser, aber auch beim VfL dominieren technische Fehler und eine gewisse Abschlussschwäche. Dafür zeigt sich die Deckung sehr beweglich und kann durch geschicktes Antizipieren einige Bälle abfangen, durch die fixe Rückwärtsbewegung der Gastgeber jedoch nicht alle verwerten. Insgesamt muss der VfL auf eine ganze Reihe von Stammspielern durch Krankheit oder Urlaub verzichten, zeigt aber trotzdem eine ansprechende Leistung. Für den jetzigen Status der Vorbereitung läuft der Ball flüssig und auch die ersten Spielzüge sind vielversprechend eingebaut. Insbesondere der Rückraum mit Julius Kirschner, Lars Sikorski und Jannis Frank reisst immer wieder Lücken in die 3-2-1-Formation der Hagener. Dass der VfL trotzdem hinten liegt und am Ende das Spiel mit einem Tor verliert, liegt am mangelnden Glück im Abschluss und auch daran, dass die Hagener die blaue Wand des VfL immer wieder durch Eins-gegen-Eins-Situationen in Probleme bringen und die Bochumer die Hagener durch technische Fehler zu schnellen Gegenstößen einladen.

Unterm Strich ist nach einem solchen Spiel das Ergebnis sicher zweitrangig. Wichtiger ist, dass die Mannschaft eine ansprechende Leistung zeigt und bereits ein Grundgerüst besteht, auf dem das Trainerteam aufbauen kann. Jede Zweifel an Details sind normal und bieten Mannschaft und Trainerteam noch genug Gelegenheit, in einer ausgeprägten Pre-Season dran zu feilen. Das wichtigste Fazit aus den ersten 60 Handballminuten muss lauten: Es macht immer noch richtig Bock.

Für den VfL Bochum haben nach langer Zeit wieder den Ball in die Hand genommen: David Peters (TW), Robert Benning (TW), Fabian Stenmanns, Leo Hadram, Max Birkemeier, Julius Kirschner, Cedric Lorra, Lars Sikorski, Jannis Frank, Robert Fischer, David Stroop.