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Geschlossene Mannschaftsleistung führt zu Derbysieg

Geschlossene Mannschaftsleistung führt zu Derbysieg

TV Wattenscheid – VfL Bochum 22:23 (10:10)

 

Sonntag, 10.02., es war angerichtet in der Sporthalle an der Berliner Straße in Wattenscheid. Zur nur knapp nicht mehr unchristlichen Zeit von 11:30 hatte es der Tross des VfL Bochum auf sich genommen, die 11,4 Kilometer bis nach Wattenscheid zurückzulegen. Dort wartete mit dem TV Wattenscheid ein Absteiger aus der Kreisliga, der sich im Hinspiel noch deutlich mit 30:23 im Ostring durchsetzen konnte.

Anwurf

Beim VfL konnte Trainer Rob Fischer mit zwölf Mann quasi aus dem Vollen schöpfen, was augenscheinlich auch beim Gastgeber aus Wattenscheid die Devise war. Dort zeigte sich zum Aufwärmen unter anderem auch der Rückraum, der die Bochumer Deckung im Hinspiel durch ein bewegliches und druckvolles Spiel immer wieder vor große Probleme gestellt hatte. Genug zu bedenken und zu fachsimpeln gab es also auch für die ca. 40 Zuschauer, die durch das graue und regnerische Ruhrpottwetter den Weg in die Halle gefunden hatten.

Beratung

Der VfL ging mit der Devise „Keine Chance, aber die nutzen wir“ ins Spiel und wollte befreit aufspielen. Bereits am Anfang zeigte sich allerdings, dass befreites Aufspielen nicht unbedingt mit Konzentration gleichzusetzen ist. Bereits der erste Ball wurde mit einem technischen Fehler vergeben und insbesondere kurze Pässe auf die Halben oder nach Außen flogen zu häufig ins Seitenaus. Wenn die Bälle jedoch einmal ankamen, konnten die heute in den roten Auswärtstrikots – extra von Trikotwart Fabi „eingeflogen“ – gekleideten Bochumer zu Beginn regelmäßig Lücken in die Wattenscheider Deckung reißen. Da der Gastgeber jedoch ebenfalls einen guten Start hinlegte, stand es nach sechs gespielten Minuten 3:3. Das 4:3 für Wattenscheid in der achten Minute sollte der Startschuss für einige unerwartet torarme Minuten sein. Der VfL verlor seine klare Linie der ersten Minuten ein wenig und das druckvolle Spiel ging etwas unter, als der Rückraum zu oft den Weg parallel zum Kreis suchte, was die Wattenscheider Deckung nur selten vor Probleme stellte. Bochum musste und konnte sich in dieser Phase auf seine Deckung verlassen. Angeführt von einem bärenstarken Torhüter Dennis Kocian, der zeitweise sein Tor vernagelte, Siebenmeter und Gegenstöße fast nach Belieben zu Fischen schien, mischte die von Trainer Fischer oft zitierte blaue – heute rote Wand dermaßen Beton an, dass bis zum 7:9 durch Richmann knappe fünfzehn Minuten nur zwei Gegentore hingenommen werden mussten. Aus den hinten abgefangenen Bällen ging der VfL konsequent in den Gegenstoß, setzte sich Tor um Tor ab. Ging es einmal nicht schnell nach vorne, konnten die Halben Julius Kirschner und Jannik Kocian mit ordentlichen Einzelaktionen das Offensivspiel diktieren. Langsam machte sich aber die durch eine offensive Deckung noch erhöhte Belastung bemerkbar. Die rote Wand wurde rissig, die Abwehr kam ein ums andere Mal den entscheidenden halben Schritt zu spät und in den meisten Fällen folgerichtig nahmen insgesamt fünf Spieler des VfL in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte auf der Bank Platz. Die stetige Unterzahl erlaubt es Wattenscheid, wieder ins Spiel zu finden, was in einem 10:10-Halbzeitstand resultierte.

Beim Pausentee nahm sich der VfL vor, die technischen Fehler zu minimieren und weiterhin mutig Handball zu spielen. Der Sport machte schließlich ne Menge Spaß und über mannschaftliches Zusammenspiel wollte man heute alles geben.

Aus der Kabine kamen die Gäste aus Bochum jedoch etwas von der Rolle und sahen sich nach einigen technischen Fehlern schnell mit 13:10 und 15:11 im Hintertreffen.Pause

Die fünf unkonzentrierten Minuten direkt nach der Pause zwangen Fischer, schnell seine Auszeit zu nehmen. Aus dieser kam der VfL mit leicht veränderter Aufstellung zurück. Der in der ersten Halbzeit als Speerspitze der 5-1-Deckung ackernde Max Birkemeier bekam seine verdiente Verschnaufpause und die Deckung ging zurück in eine klassische 6:0. Dass eine 6:0 aber beileibe nicht nur passiv am Kreis blocken muss, bewies in den Minuten nach der Auszeit insbesondere Cedric Fernandez Gonzalo. Aus einer beweglichen Deckung, die den Angriff der Heimmannschaft immer wieder unter Druck setzte, konnte der Außen der Bochumer mit zwei Gegenstößen den Abstand wieder verkürzen. Dieses kurze Aufbäumen der Gastmannschaft wussten die Wattenscheider jedoch in Überzahl zu kontern und erzielten durch Tempowechsel und gekonntes Abräumen Tor um Tor. Im Angriff konnte sich der VfL bis zur 43. Minute auf Einzelaktionen von Dominik König und Moritz Wetzel verlassen, die den Rückstand nur auf maximal vier Tore beim 17:13 und 20:16 gering hielten. Bochum blieb in Schlagdistanz, was entscheidend für die Crunchtime sein sollte. Eine nach 45 Minuten ausgesprochene Zeitstrafe gegen die Gastgeber sollte die Wende im Spiel einläuten. Die zwischenzeitlich etwas schwächere Abwehr des VfL sammelte sich wieder, verschob besser und zwang den Rückraum der Wattenscheider zu überhasteten Würfen und ungenauen Pässen. Kam doch einmal ein Wurf aufs Tor, wurde er in dieser Phase sichere Beute des Torhüters. Zwölf torlose Minuten der Wattenscheider mündeten in einen 6:0- Lauf der Bochumer, bei denen jetzt die mannschaftliche Geschlossenheit den Ausschlag gab. Waren vorher noch der Rückraum und das Tempospiel maßgeblich gewesen, überzeugte jetzt Kreisläufer Pascal Cyprian mit zwei blitzsauberen Toren. Die letzten fünf Minuten waren Anspannung pur, in denen der Wattenscheider Rechsaußen durch den Anschlusstreffer noch einmal zusätzliche Würze hinzugab. Während die Gäste in der Saison bisher in dieser Phase noch manchmal die Nerven verloren und kopflos gespielt hatten, zeigte die Mannschaft heute Biss. Als Wattenscheid durch zwei Zeitstrafen in den letzten Minuten nur noch vier Feldspieler auf dem Platz hatte, drosch Julius Kirschner freistehend den Ball zum 23:21 in die Maschen. Auf der Bochumer Bank hielt es niemanden mehr auf den Sitzen, das 22:23 durch Richmann war am Ende nur noch Ergebniskorrektur. Der VfL gewinnt das Derby in Wattenscheid am Ende knapp, aber verdient mit 22:23.

Hatte der VfL in den Spielen zuvor, unter anderem gegen Sprockhövel, Herbede und Wanne-Eickel jeweils mit einem Tor das Nachsehen, entführte die Fischer-Sieben an diesem Wochenende zwei Punkte aus Wattenscheid. Der Angriff konnte nach einigen technischen Problemen immer dann überzeugen, wenn der Druck auf die Nahtstellen konsequent dur   chgezogen wurde und auch das in manchen Spielen vernachlässigte Tempospiel trug heute entscheidend zum Erfolg bei. Kernstück des Derbysiegs war jedoch die starke Deckung vor einem überragenden Torhüter, die in 5-1 und 6-0 zu großen Teilen überzeugte und Wattenscheid nicht zu der dominanten Rückraumperformance kommen ließ, die der Gastgeber noch im Hinspiel zeigte. Unterm Strich führt eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein Team, was Moral bewiesen hat zu zwei verdienten Punkten für die Bochumer.

Nach zwei Siegen in Folge steht nun am nächsten Samstag im Heimspiel gegen den TB Beckhausen die nächste Revanche an, hatte man das Hinspiel doch deutlich abgegeben müssen.

In Wattenscheid gewonnen haben: Dennis Kocian (TW), Robert Benning (TW), Max Weiss, Cedric Fernandez Gonzalo (6), Daniel Verhoeven, Max Birkemeier (2/1), Julius Kirschner (4), Jannik Kocian (4), Dominik Koenig (3), Torben Aspöck, Moritz Wetzel (1), Pascal Cyprian (3).

… und jetzt alle : DERBYSIEGER, DERBYSIEGER, HEY, HEY!

Ende