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Spielberichte 1. Herren

Spiel, Spaß und (Körper)-spannung

VfL Bochum – Westfalia Welper 33:23 (16:10)

Für Fixe: Der VfL gewinnt das erste Kreisligaspiel gegen eine junge Zweitvertretung von Welper souverän und in der Höhe verdient mit 33:23. Gegen die offene 4-2-Deckung der Gäste sichern Bewegung ohne Ball und hinten eine gute Deckung einen ungefährdeten Sieg.

Ein sonniger Spätsommersamstag im September, kurz vor 17:00. Nach Monaten der Wartezeit stand für die erste Mannschaft der Handballer des VfL Bochum das erste Kreisligaspiel an. Nach einer personell suboptimalen Vorbereitung, in der das Team den Tribut für Sommerferien und Urlaub zahlen musste, kam der Saisonbeginn gefühlt den berühmten Schnuff zu früh. Trotzdem hat der VfL unter dem „neuem“ Trainergespann Stroop und Sikorski Lust auf die Herausforderung einer neuen Saison voller Wundertüten. Viele Mannschaften haben sich verändert, einen Teil treffen die Bochumer im stark vergrößerten Ligabetrieb sogar zum ersten Mal. Personell ist der Kern der Mannschaft zusammengeblieben, nur punktuell kann man auf Verstärkungen aus dem Gesamtverein bauen. Richtig Bock ist da, braun gebrannt und leicht breiter um die Körpermitte sollen die ersten zwei Punkte in der Halle im Westenfeld bleiben. Die erste der vielen Wundertüten ist die Zweitvertretung von Westfalia Welper, deren Mannschaft mit der Mannschaft der letzten Jahre wenig zu tun hat. Das Motto des Tages bei den in grün auflaufenden Welperanern lautet Jugend forscht. Für die Mannschaft von Trainer Stroop bedeutet das vor allem, den eigenen Stiefel runterzuspielen, eine ordentliche Deckung hinzustellen und die geballte Handballerfahrung zu nutzen.

Auf der Platte wartet die erste Überraschung bereits im ersten Angriff. Nach dem Anwurf sieht sich der VfL einer sehr offensiven 4-2-Deckung von Welper gegenüber. Dem sieht sich das Team gewachsen, spielt Kapitän Jannik Kocian mit einem schönen Doppelpass frei und der erzielt kompromisslos das erste Tor der neuen Kreisligasaison. Hinten ist der erste Wurf Beute des Torwarts, den gewonnenen Ball schmeißt Bochum dafür prompt dem Gegner in die Arme. Das bremst den Lauf des Spiels aber nur kurz, dann zeigt die Stroop-Sieben eine fast kindliche Freude am Spiel und so richtig Spaß an der Bewegung ohne Ball. Hinten in der Deckung scheinen die Spieler aber noch in Gedanken im Liegestuhl, es fehlt der eine Schritt zur Seite und das Spiel entspinnt sich beim 6:4 nach 9 Minuten zu einem ordentlichen Scheibenschießen. Bis zum 9:7 ist immer noch Sand im Getriebe, danach zeigt sich aber, dass Extrainer Fischer dem heute alleine an der Seitenlinie agierenden Neutrainer Stroop genug Mörtel dagelassen hat, um die letzte Saison so starke blaue Wand wieder aufzubauen. Angeführt von Maurermeister Patrick kassiert der VfL von der 13. bis zur 23. Minute kein Gegentor mehr, der gut aufgelegte Schnapper entnervt die bis dahin starken Außen von Welper zusehends. Bis zur Pause kann der Gast nach der Bochumer Machtdemonstration den Abstand konstant halten, mehr aber auch nicht.

Zum ersten Pausentee der Saison schärft der Coach der Mannschaft noch einmal ein, dass der VfL trotz eines Sechs-Tore-Vorsprungs nicht nachlassen darf, um Welper nicht wieder ins Spiel zurückkommen zu lassen. Außerdem gibt es die Frei- und Aufgabe, diesen Saisonauftakt gefälligst aufzusaugen und richtig zu genießen.

Wieder auf der Platte schlagen die Genussmenschen des VfL beim knackigen, jungen Gemüse aus dem Ruhrtal ordentlich zu, spielen seriösen Handball und halten den Gegner über 23:16 und 25:18 stetig auf Distanz. Bis zur 54. Minute kontrolliert der Gastgeber das Spiel, scheitert als einziges Manko nur zu häufig am erfahrenen Torwart der Gäste. Hitzig wird das Spiel, als der Außen der Gäste in der Deckung mit einer Mischung aus Frust, Erschöpfung und mangelnden Erfahrung den einen, entscheidenden Schritt zu spät kommt und Springfloh Leo verletzt liegen bleibt. Eine vollkommen unstrittige rote Karte später startet der VfL einen 5:0-Lauf, den auch eine Auszeit des Gästetrainers nicht bremsen kann. Beim 32:20 keine vier Minuten vor dem Ende ist der Drops bereits mehr als gelutscht, Welper gelingt gegen eine leicht bröckelnde blaue Wand nur noch minimale Ergebniskosmetik. Zum Schlusspfiff gewinnen die Recken in den schnieken dunkelblauen Trikots auch in der Höhe verdient mit 33:23 und setzen eine erste kleine Duftmarke.

Natürlich ist nach nur 60 Minuten Kreisligahandball kaum eine definitive Aussage möglich. Trotzdem zeigen die Bochumer eine ansprechende, weil konzentrierte und spielfreudige Leistung, die sich in einigen Wochen genauer einordnen lassen wird. Eine erste Standortbestimmung bringt am kommenden Wochenende das Auswärtsspiel auf Schalke, wo eine erneute Wundertüte auf den VfL wartet. Der Spruch des Tages kommt standesgemäß von Trainer Stroop, der das Erfolgsgeheimnis im Angriff kurz und knackig zusammenfasst: Hinpass, Rückpass, Bumm.

Spieler des Spiels wird Maurermeister Patrick, der heute mit neun Treffern vor allem im Angriff überzeugen konnte.

Für den VfL die ersten zwei Punkte nach Hause geballert haben: David Knorr (TW), Fabi Gohl (TW), Alex Cousen (1), Jannik Kocian (3), Julius Kirschner (5), Leo Hardam (9), Patrick Heyer (9/1), Paul Ruppersberger (1), Torben Aspöck (1), Max Birkemeier (3/1), Leonhard Thömmes (1).

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