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Trotz starker Leistung reißt die Serie

Trotz starker Leistung reißt die Serie

HSV Herbede 3 – VfL Bochum 23:22 (12:8)

Samstag, 14:00. Mit einer Serie von vier Siegen am Stück reiste der VfL zum letzten Hinrundenspiel nach Herbede, wo ein echter Gradmesser wartete. Der HSV lag nach elf Spielen mit einem Punkt vor dem VfL, die Bochumer würden sich also mit einem Sieg einen weiteren Platz in der Tabelle nach vorne schieben.

 

Nach Sieg sieht es aber zu Spielbeginn überhaupt nicht aus. Der VfL verpennt die ersten 13 Minuten komplett, liegt nach Gegenstößen von Herbede und einer unterirdischen Chancenverwertung mit 8:2 hinten. Im der letzten Saison und auch zu Beginn der Hinrunde hätte ein solcher Rückstand zu Spielbeginn uns wahrscheinlich das Genick gebrochen. Nicht so in diesem Spiel. Zwar legen wir keinen klaren Schalter um, können uns aber Aktion für Aktion berappeln. Im Angriff kommen wir mit dem starken Torhüter der Gäste besser zurecht, präsentieren uns treffsicherer und in der Deckung stehen wir beweglicher gegen die abgeklärten Rückraumspieler der Gäste, bleiben konsequenter bis zum Pfiff dran. Auch der Torwart findet jetzt besser ins Spiel, kauft den Außen und dem Rückraum einige Bälle ab. Von 8:2 robben wir uns auf 8:6 heran. Bis zum 10:8 in der 22. Minute können wir den Anschluss wahren, müssen durch acht torlose Minuten aber mit 12:8 in die Kabine gehen.

 

Beim Pausentee wurde die erste Viertelstunde kaum thematisiert. Wir hatten uns gefangen, die Fehler großteils abgestellt und wollten in der zweiten Halbzeit das Tempo forcieren, um die alten Hasen aus Herbede, die im ganzen Spiel nur acht Spieler einsetzten, zum Schnaufen zu bringen.

 

Nach der Pause sollten die besten 20 Handballminuten der bisherigen Saison folgen. Hinten standen wir wieder genauso gut wie in der Mitte der ersten Halbzeit und konnten im Spiel nach vorne angetrieben durch starke Paraden das Tempo hochhalten. Vorne spielten wir mit deutlich mehr Druck auf die Deckung und nutzten die sich bietenden Lücken konsequent. Von 15:13 konnten wir uns auf 16:21 absetzen, bevor die letzten zehn Minuten nochmal zeigten, an welchen Stellschrauben die Mannschaft noch drehen muss.

In der Schlussphase gelang uns nur noch ein Treffer, viele Bälle versprangen und Herbede verschleppte das Spiel schlau. In die Karten spielte den alten Hasen im Rückraum der Gastgeber auch, dass die Schiedsrichter jetzt bei jedem Schweißtropfen auf dem Boden wischen ließen und Tempo und Dynamik aus dem Spiel nahmen. Herbede konnte Tor um Tor herankommen und bekam nach Ablauf der Zeit einen Siebenmeter. Der Halblinke haut das Ding rein, Abpfiff, die zwei Punkte bleiben in Herbede.

 

Puh, nach so einem Spiel ist erstmal durchschnaufen angesagt, bevor man das ganze differenziert betrachtet.

Auf der einen Seite verkörpert ein solches Spiel mit Spannung, Führungswechseln und dem Showdown am Ende sicherlich genau das, was diesen Sport so toll macht. Auch zeigten wir zeitweise eine bärenstarke Leistung, die zum Ende der Hinrunde untermauert, was beim VfL zusammengewachsen ist.

Auf der anderen Seite ist sicherlich Frust bei einigen Entscheidungen der Schiedsrichter dabei. Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen einen Spieler auf der Bank, weil der nach einem Torerfolg zum Jubeln aufgesprungen war zeugt von mangelndem Fingerspitzengefühl. Auch wurde viel Tempo aus dem Spiel genommen, was Herbede sicherlich mehr brachte als uns.

Trotzdem muss sich eine Mannschaft, die 10 Minuten vor dem Ende mit fünf Toren führt, zuerst an die eigene Nase packen. Es hat ein Fünkchen Abgeklärtheit und Erfahrung gefehlt, um das Ding über die Runden zu bringen. Nichtsdestotrotz sollte zum Ende der Hinrunde, die der VfL mit 13:11 Punkten auf dem 8. Rang beendet, das Positive in den Vordergrund gestellt werden. Wenn wir die zwanzig Minuten vom Beginn der zweiten Halbzeit reproduzieren können, ist in der Rückrunde sicherlich mehr drin.

 

In Herbede für den VfL gekämpft haben: David Peters (TW), Matthias Düllberg (TW), Max Birkemeier (1/1), Daniel Verhoeven (4), Julius Kirschner (5), Yousseff Bolljalala (2), Paul Ruppersberger, Jannik Kocian (3), Alexander Neumann, Torben Aspöck (2), Fabian Stennmanns, Pascal Cyprian (5/4), Dimitri Zwermann.