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Return of the Wart

Return of the Wart

TSG 1881 Sprockhövel – VfL Bochum 25:28 (12:14)

Neues Spiel, neues Glück. Nach dem Jahres- und Dekadenwechsel begann der VfL unter der Woche mit koordiniertem Abschwitzen des vorher mühselig angefutterten Winterspecks und verbrachte die erste Trainingseinheit mit einer gemeinsamen Kraft- und Ausdauereinheit, nahm erst am Donnerstag den Ball überhaupt wieder in die Hand. Zum ersten Spiel in 2020 stand die Reise nach Sprockhövel an. Nach guten Spielen gegen Riemke und Herne, aber nur einem Sieg wartete in der vorletzten Hinrundenpartie mit der TSG ein unangenehmer Gegner, der in den letzten Jahren insbesondere durch eine unbequeme und körperliche Deckung und sehr robuste Kreisläufer dafür sorgte, dass die Punkte regelmäßig nicht die Heimreise nach Bochum antraten. Die erste gute Nachricht gab es schon vor dem Spiel: Max Birkemeier, Wart aller Warte, Leerer so manchen Harztopfes und bis zur letzten Saison Linksaußen des VfL hatte seinen Ausflug in den grünen Bochumer Norden beendet und feierte sein Saisondebüt. Willkommen zurück.

Auf der Platte begannen beide Mannschaften schwungvoll und dynamisch, leisteten sich aber auch den ein oder anderen technischem Fehler oder verballerten klare Chancen. Durch eine starke Deckung vor einem wie so oft sicheren Rückhalt konnte der VfL 2:1 in Führung gehen – eine Führung, die im ganzen Spiel nicht mehr wechseln sollte. Beim 3:7 hatte sich die zur Bomberstaffel umfunktionierte Fischer-Sieben ein wenig abgesetzt, gab den Vorsprung beim 7:7 aber wieder her. Die vormals gelobte Geradlinigkeit im Angriff und so wichtige Absprache in der Deckung waren in dieser Spielphase mangelhaft. In den richtig wichtigen Situationen konnte sich Bochum allerdings auf Dennis im Tor oder Leo im Angriff verlassen, die mit wichtigen Paraden und dem nötigen Quäntchen Glück dafür sorgten, dass der VfL mit 12:14 in die Kabine ging.

Beim Pausentee hieß es Durchschnaufen und Kräfte sammeln. Würde man die wenigen Fehler abstellen können und in Angriff und Abwehr die Intensität hochhalten können, stünde einem Premierensieg in Sprockhövel nichts mehr im Wege.

Aus der Pause kamen beide Mannschaften gestärkt und neu fokussiert. Die Angriffsreihen stießen besser auf die Lücken, erarbeiteten sich klare Chancen, fanden aber ihren Meister in den Pfiffen der Schiedsrichter, die keinen rechten Spielfluss erlaubten und in den Torhütern, die gerade aus dem Rückraum jetzt besser zupackten. Bis zur 41. Minute hatte sich das Heimteam auf 17:18 herangekämpft. Dass trotz des Zwischenspurts der in schwarz auflaufenden Heimmannschaft nicht mehr anbrannte, lag an mehreren Faktoren. Zum einen besann sich die Abwehr wieder auf ihre Stärken, wurde lauter und agressiver und zum anderen setzte der VfL insbesondere in Person von Mittelmann Jannik, der sich in der ersten Halbzeit innerhalb von wenigen Minuten zwei Zeitstrafen eingefangen hatte, empfindliche Nadelstiche im Angriff, die regelmäßig zu Toren oder persönlichen Strafen führten. Über 17:21 und 21:25 konnte Sprockhövel den Abstand zwar konstant halten, kam aber nie wieder wirklich heran. Am Ende spielten die heute in grünen Leibchen gehüllten Mannen aus Bochum die Partie auch gegen eine sehr offensive Deckung routiniert zu Ende und nahmen die Punkte zu Recht mit zurück in die Weltmetropole.

Endlich, möchte man nach so manchem Spiel der Hinrunde sagen. Nach den Spielen gegen Riemke und Herne gelingt es dem VfL im dritten Spiel in Serie, die Power auch tatsächlich auf die Platte zu bringen. Die einzelnen Mannschaftsteile harmonieren immer besser und die zweifelsohne vorhandene individuelle Klasse fügt sich immer besser in ein funktionierendes Mannschaftsgefüge ein. Neben dem reinen handballerischen Vermögen sind die Ruhe und Konzentration gewachsen, was gerade bei kritischen Entscheidungen der Schiedsrichter oder Wechseln im Spielglück jetzt nicht mehr direkt einen Bruch im Spiel bedeutet, sondern aufgefangen werden kann. Die immer gleichen Bausteine, die blaue Wand und die Abläufe im Angriff sind nach einem halben Jahr immer besser eingeschliffen und aus brenzligen Situationen rettet Bochum häufig eine starke Torwart- und Abwehrleistung. Aus einer wieder mal moralisch und sportlich geschlossenen Mannschaftsleistung überragt an diesem Sonntag Leo, der heute viel im Rückraum zum  Zuge kam und mit acht Toren großen Anteil am Erfolg hatte.

Der Spruch des Tages kommt (wieder einmal) von Flügelflitzer Daniel, der die Unschuldsbekundungen des Gegners nach einem Foul im Gegenstoß wie folgt kommentierte: „Ne, stimmt, hast nix gemacht. Deshalb bekommst du jetzt ja auch zwei Minuten.“

Für den VfL Sprüche gekloppt, Handball gespielt und zwei verdiente Punkte gewonnen haben: Dennis Kocian (TW), David Peters (TW), Max Birkemeier (3), Patrick Bräuter, Moritz Wetzel (4/3), Julius Kirschner (2), Paul Ruppersberger, Jannik Kocian (3), Dominik König (2), Daniel Verhöven (4), Torben Aspöck, Leo Hardam (8), Jan Horenkamp, Niklas Willrodt (2).