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Im entscheidenden Moment dagewesen

Im entscheidenden Moment dagewesen

TV Dülmen – VfL Bochum 22:27 (10:15)

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Am Eis kannst du sie lecken lassen, das Hörnchen musst du selbst essen. Am Ende kackt die Ente. Alles Sprüche für das schon prall gefüllte Phrasenschwein und doch irgendwie passend für dieses Spiel Sonntagabend in Dülmen. Der VfL hatte sich in der Vorwoche mit einem hohen Sieg gegen Welper den Handballfrust ein wenig von der Seele geschossen und aufgezeigt, dass mit einer konzentrierten Mannschaftsleistung aus den letzten Saisonspielen das Maximum rausgeholt werden sollte.

Auf dem  Platz startete die Wundertüte VfL – insgesamt mit sechs personellen Änderungen – erst einmal gut durch. Vorne landeten die ersten Bälle im Netz und in der Abwehr war man präsent und wach. Nach fünfeinhalb Minuten war man mit 4:1 gut gestartet, ließ sich dann aber gerade in der Deckung von den langen Angriffen der Dülmener ein wenig einschläfern. Beim 4:4 nach zehn Minuten war Dülmen wieder gleichauf. Der VfL, angetreten in den weißen Auswärtstrikots, konnte sich durch zwei Gegenstöße wieder absetzen und die in Schwarz spielenden Gastgeber besser auf Distanz halten. Bis zur Pause war so aus einem 4:4 ein leistungsgerechtes 10:15 geworden.

Beim Pausentee wurde angemahnt, den Gegner nicht stark werden zu lassen. Wenn sich die Bochumer nicht ihre fünf schwachen Minuten im Spiel erlauben würden, hätte Dülmen keine Chance, nochmal Spannung in die Partie zu bringen.

Auf der Platte schien es, als hätte der Gast die Vorgabe beherzigt. Zwei gut herausgespielte Tore direkt zu Beginn und eine solide Deckung bedeuteten ein 10:17, was nach knapp 36 Minuten sogar auf ein 12:20 angewachsen war. Der Gastgeber war zum Timeout gezwungen und arbeitete sich danach Tor um Tor wieder heran. Besonders die Außen hatten regelmäßig zu viel Platz, den sie konsequent nutzten. Fünf Minuten vor dem Ende stand es plötzlich nur noch 21:23. Knappe zwanzig Minuten hatte der VfL nur drei Mal netzen können und damit das Spiel wieder spannend gemacht. Dass es nur spannend blieb und nichts Zählbares für die Gastgeber heraussprang, lag am Gast, der sich wieder fing. Die Abwehr war sich des Ernstes der Lage bewusst, packte besser an, der bisher nicht richtig im Spiel gewesene Torhüter schnappte sich einen Ball des Kreisläufers und vorne machten drei Tore in Serie endgültig den Deckel drauf.

Zum Schlusspfiff gewinnt der VfL Bochum in Dülmen mit 22:27 und muss sich ankreiden lassen, das Spiel noch unnötig spannend gemacht zu haben. Am nächsten Wochenende geht es zum letzten Auswärtsspiel der Saison nach Recklinghausen, bevor am 12.05. die große Saisonabschlussause in der Festung am Lohring ansteht.

Für den VfL in Dülmen das Hörnchen gegessen haben: David Peters (TW), Dennis Kocian (TW), Max Birkemeier (4/1), Daniel Verhoeven (3), Cedric Gonzalo (4), Youssef Bolljalala (2), Paul Ruppersberger (3), Jannik Kocian (3), Florian Erbach (3), Paul Rietdorf, Torben Aspöck, Michael Frantz (3/1), Pascal Cyprian (2).