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Derbyzeit ist nichts für Langeweiler

Derbyzeit ist nichts für Langeweiler

VfL Bochum 2 vs. FC Schalke 04 3 21:21 (7:10)

Am 3. Advent stand das Derbyspiel zwischen dem FC Schalke und dem VfL Bochum an. Die Fußballer von Schalke hatten es ja uns schon vorgemacht, wie Derby geht. Und wir wollten uns daran ein Bespiel nehmen. Die Handballer von Schalke waren letztes Jahr noch Abstiegskandidat, doch dieses Jahr stehen sie im oberen Tabellendrittel. Dies erreicht der Gegner durch eine relativ ausgeglichene Mannschaftsleistung mit mehreren guten Torschützen. Darum wollten wir unsere Deckungsarbeit daran anpassen und mit einer 6:0 Deckung mit offensiven Außen den Spielfluss des Gegners unterbinden. Unser Angriff sollte wiederrum flüssig den Ball durchlaufen lassen und die Deckung des Gegners so in Bewegung bringen. Der Anfang des Spiels war noch sehr vielversprechend. Das erste Tor ein Musterbeispiel wie der Gegner zu knacken wäre. Druckvoll durchgespielt und unser Linksaußen komplett blank. Fabi verwandelt souverän. Die Deckung macht es dem Gegner aus Gelsenkirchen auch nicht einfach. Für jedes Tor müssen sie kämpfen. Nach 13 Minuten steht es 5:5. Alles läuft nach Plan. In der 20. Minute dann der erste Bruch. Dennis Galbas geht mit seiner zweiten 2 Minutenstrafen vom Feld und wir geraten erstmals mit 3 Toren in Rückstand. In der 25 Minuten liegen wir mit 6:10 hinten, die Deckung steht also eigentlich immer noch ganz gut, doch Vorne läuft nichts mehr so wirklich zusammen. Erst kurz vor dem Pausenpfiff schaffen wir das siebte Tor zum 7:10 Halbzeitstand.
Die Trainer fragen sich, was sollen wir ändern? Eigentlich können wir jetzt nur nochmals alles auf eine Karte setzen und mit aller Macht versuchen den Rückstand aufzuholen. Alle zur Verfügung stehende Rückraumspieler werden auf die Platte geschickt, auch die, die kurz vor der Disqualifikation durch 3x 2 Minuten stehen.
Also los, die Deckung muss stehen, der Angriff muss rollen. Und nun kam unser Derbymoment. Innerhalb von 9 Minuten machen wir aus dem 7:10 ein 12:12. Dann die nächste taktische Neuausrichtung von der Bank. Eine gute Idee von Thomas. Wir werden in der Deckung noch offener und spielen eine 5:1 mit den weiterhin vorgezogenen Außen. Und auf einmal merkt man, dass Schalke nervös wird. In der 50igsten Minute liegen wir auf einmal mit 3 Toren vorne. Verlieren aber auch unseren Rückraumspieler Dennis durch Disqualifikation. Der zweite Rückraumschütze, Basti, bekommt einen Krampf und die ganze Mannschaft krampft mit. Wir werden nervös und lassen den Gegner wieder herankommen. Es sind nur noch 8 Minuten zu spielen und es steht 19:16 und obwohl Michael im Tor den ein oder anderen Ball noch herauszaubert kassieren wir 3 Minuten vor Ende den 20:20 Ausgleich. Gegenzug von uns und wir gehen mit 21:20 in Führung. Der Gegner bekommt 1,5 Minuten vor Ende einen 7 m zugeschrieben, doch der wird pariert. Noch 1 Minute zu spielen und wir sind im Angriff. Schalke bekommt eine 2 Minutenstrafe und nun sollten wir das Ding doch runterspielen. Aber nein, zum wiederholten Mal schließen wir zu früh ab und werden 9 Sekunden vor Ende mit dem Ausgleichstreffer bestraft.
Mal wieder eine Punkteteilung im Derby und mal wieder schafft Schalke kurz vor Ende noch den entscheidenden Treffer zu setzen. Jetzt können wir uns über einen Punktverlust ärgern, oder aber festhalten, dass wir uns noch nach einem 4 Tore Rückstand zurück gekämpft haben und am Ende einen Punkt geholt haben! Es ist halt (Vor-)Weihnachtszeit, die Zeit des Gebens und Nehmens!
In diesem Sinne wünsche ich allen Handballern, deren Familien und Freunden eine schöne Weihnachtszeit!