News

Am Ende nicht belohnt – VfL muss sich nach hartem Kampf geschlagen geben

Am Ende nicht belohnt – VfL muss sich nach hartem Kampf geschlagen geben

VfL Bochum – Bochumer HC 24:26 (13:13)

Samstagabend, Derbytime. Die Halle an der Marktstr. war gut gefüllt, zahlreiche Zuschauer beider Mannschaften hatten sich eingefunden, um dem Rückrundenauftakt in der schönsten Stadt des Ruhrgebiets beizuwohnen. Die Heimmannschaft in den dunkelblauen Trikots kam mit genug Rückenwind aus dem deutlichen Sieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Erkenschwick, während die rotgewandeten Spieler des Bochumer HC die Rückrunde sogar als Tabellenführer eröffnen sollten.

Eine kurze Besinnung auf das Hinspiel in der Spielvorbereitung zeigte, dass zu Saisonbeginn  in einem vollkommen abgedrehten Handballspiel – teilweise stand der VfL mit einem! Feldspieler auf der Platte – beide Mannschaften auf Augenhöhe waren.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich ein enges und hartes Spiel, bei dem sich in den ersten zwanzig Minuten leichte Vorteile für den Gast zeigten. Vorne agierte der VfL zwar konzentrierter als noch gegen Herne, doch insbesondere von der Siebenmeterlinie wollte der einfach nicht in die Kiste.

Zudem bekam die zu Beginn ein wenig träge Deckung den Halbrechten der Gäste kaum in den Griff. Die Abstimmung zwischen Block und Torwart stimmte nicht und einige unglückliche Bälle fanden den Weg ins Netz, sodass sich der BHC einen Vorsprung von vier Toren herauswerfen konnte. Knappe zehn Minuten vor der Pause rissen sich die Mannen aus dem Bochumer Süden jedoch zusammen, die Würfe der Gegner hatte man nach einem verletzungsbedingten Torwartwechsel deutlich besser unter Kontrolle und mit dem Pausenpfiff wurden die Zeichen bei 13:13 wieder auf Anfang gestellt.

In der Pause wurde knallhart Fehleranalyse betrieben. Der Angriff musste variabler werden und die Deckung konnte sich fast ganz auf die gegnerische Nummer 5 fokussieren, die bisher Aktivposten und erfolgreichster Torschütze in einem war.

Nach Wiederanpfiff sollte sich ein Spiel entwickeln, für das die Begriffe spannend und intensiv erfunden wurden. Über die zweiten 30 Minuten konnte sich keine Mannschaft absetzen. Traf der VfL über das Positionsspiel, fand der Rückraum des BHC das Anspiel an den Kreis. Wurde vorne der Ball verloren, konnte der Tempogegenstoß nicht verwandelt werden. Wie es sich für ein so knisterndes Spiel gehört, sollte zum Ende der 1-2-3-Punch folgen, die Schlusssekunden, die Herzinfarkte fördern.

Eine knappe Minute zu spielen, Spielstand von 24:24, der erste Schlag. Ein einfacher Pass im Spielaufbau auf den Linksaußen rutscht irgendwie durch die Finger, Ballbesitz BHC 24:25.

Direkt darauf der zweite Schlag. Druckvolles Angriffsspiel, der Ball wandert nach rechts, der bis dahin tadellose und fehlerfreie Außen verwirft. Ballbesitz BHC.

In der Deckung wird sich richtig reingekniet, gearbeitet und gekämpft und der Ball gewonnen. Mit noch zehn Sekunden auf der Uhr der dritte Schlag. Schneller Spielaufbau, Wurf aus dem Rückraum, Innenpfosten. Gegenstoß, Gegentor, Schlusspfiff, 24:26, Zeit für Phrasen. Am Ende kackt die Ente, ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss, ein Torhüter muss nur einen Ball halten.

Fazit: Um bei den Sprüchen zu bleiben, Kopf hoch, Mund abputzen. Der VfL hat hier sicherlich seine beste Saisonleistung gezeigt und dem Tabellenführer für 59:58 der 60 Spielminuten Paroli geboten. Gerade die Deckung stand in Kombination mit dem Torhüter sehr gut, der Angriff zeigte sich variantenreich und treffsicher. Wenn man aus dieser Leistung Mut und Schwung für die kommenden Spiele mitnimmt und die wieder genesenen Verletzten integriert, werden in der Rückrunde sicher mehr Punkte den Weg nach Bochum finden als noch in der Hinrunde.

Tapfer gegen die Niederlage gestemmt haben sich: Matthias Düllberg (TW), David Peters (TW), Max Birkemeier, Julius Kirschner, Florian Achtsnichts, Lars Sikorski, Marius Jakes, Dennis Galbas, Fabian Stennmanns, Nico Conze.