News

Am Ende fehlt die Kraft

Am Ende fehlt die Kraft

VfL Bochum – Ruhrbogen Hattingen 18:21 (8:13)

Samstagnachmittag, Handballzeit und dafür kann es die wandernden Schritte eines geneigten Zuschauers in dieser Saison schon mal in die Festung am Lohring ziehen. Nach den Siegen gegen Scherlebeck und Wanne sollte jetzt mit Ruhrbogen Hattingen der dritte Gegner aus der Spitzengruppe anklopfen. Mit den Hattingern hatte man in Pokal und Hinspiel bedingt durch die damals dünne Personaldecke schlechte Erfahrungen gemacht, wollte aber heute aus der bombensicheren Deckung heraus zwei Punkte zuhause behalten. Das Ambiente war mehr als angemessen. Die Tribüne der Halle war rappelvoll und neben der versprochenen Currywurst und dem natürlich kühlen Hopfenkaltgetränk der Brauerei Fiege gab es Einlaufkinder, Stadionsprecher und Stimmung bis unters Hallendach.

Eben diese Stimmung war es auch, die beiden Mannschaften zu Beginn der Partie sichtlich Probleme bereitete. Mit der Kulisse hatte niemand so richtig Erfahrung und als der VfL in der 7. Minute zum 1:2 traf, hatten beide Mannschaften schon diverse technische Fehler produziert. Es brauchte mehr als eine Viertelstunde, bis die Partie Fahrt aufnahm. Beim 3:5 für die in Gelb aufgelaufenen Gäste nach 17 Minuten hatte sich herauskristallisiert, dass beide Mannschaften mit einer starken Deckung angetreten waren. Hattingen machte das noch einen Tick besser als der VfL, zeigte sich variabel auf den Füßen und konnte sich, nachdem die Gastgeber beim 7:8 noch in Schlagdistanz waren, bis zur Pause auf 8:13 absetzen. Insbesondere mehrere Zeitstrafen gegen Bochum zersetzten das Abwehrgefüge und erlaubten Ruhrbogen vergleichsweise einfache Tore.

In der Pause wurde erstmal durchgeschnauft. Die zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff hatte sich der VfL wieder unkonzentriert gezeigt und prompt die Quittung in Form des Rückstandes mit in die Kabine genommen.

Aus selbiger Kabine kam der VfL besonders in der Deckung wieder stärker. Unterstützt von einem immer besser ins Spiel kommenden Torwart, der gerade gegen die Außen der Gäste seinen Kasten zunagelte, konnten wir uns Bude für Bude heranrobben und waren beim 15:16 nach 45 Minuten endgültig wieder in Schlagdistanz. Über 17:18 und 18:20 blieben wir zwar ständig dran, aber ein Ausgleich oder gar eine Führung gelang uns nicht. Am Ende musste dieses Spiel eines der Dramen werden, die der Handball schreibt. In der letzten Minute verwirft der bisher todsichere Siebenmeterschütze der Bochum, im Gegenzug gibt es das 18:21 und der Drops ist gelutscht.

Schade eigentlich. Der Hattrick von drei Siegen gegen drei Topteams wäre möglich gewesen, doch wieder einmal holt den VfL die recht dünne Personaldecke aus dem Himmel der Möglichkeiten auf den Boden der Tatsachen. Aufbauen kann man mit dieser Leistung auf der Deckung, die wieder gut stand und immer besser mit dem Torhüter harmoniert. Auch hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass sie Moral hat und gekämpft bis zur letzten Minute. Starke Einstellung, Jungs. Weiter geht es gegen Sprockhövel, wo man die zwei Punkte sicher daheim behalten will. Ein besonderer Dank geht raus an David aus der Zweiten, der gezeigt hat, dass ein exzellenter Stadionsprecher in ihm steckt und an die Zuschauer, die mit Herzblut und Lautstärke den Lohring zum Beben gebracht haben.

Für den VfL gekämpft haben: David Peters (TW), Dennis Kocian (TW), Max Birkemeier (8/7), Daniel Verhoeven, Julius Kirschner, Youssef Bolljalala, Paul Ruppersberger (1), Jannik Kocian (1), Mark Radtke, Bastian Degen (7), Torben Aspöck, Jan Horenkamp (1), Fabian Stenmanns, Pascal Cyprian.