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Am Ende fehlt das Quäntchen Glück

Am Ende fehlt das Quäntchen Glück

VfL Bochum – ETG Recklinghausen 2 24:25 (9:13)

Nach einer herbstferienbedingten Pause hatte sich am vergangenen Samstag die Mannschaft der Eisenbahner aus Recklinghausen im Lohring eingefunden. Der VfL hatte nach dem Sieg im Nachholspiel gegen Beckhausen die Messer gewetzt und wollte mit einer konzentrierten Leistung positive Trainingseindrücke bestätigen. Das Heimteam war jedoch gewarnt. Zwar kamen die Gäste mit der Hypothek nur eines Sieges, hatten die Minuspunkte jedoch alle nur knapp eingefahren.

Auf der Platte legte der VfL in den ersten Minuten gut los, spielte gegen die offensive Deckung mit Manndeckung gegen den Halben druckvoll und fand immer wieder die Lücken. Da auch hinten die blaue Wand von Beginn an präsent war, setzte sich die Fischer-Sieben schnell mit 4:1 ab. Dann verletzte sich Mittelmann Jannik Kocian an der Wade und leichte Unkonzentriertheiten schlichen sich ins Spiel. Recklinghausen konnte durch einen 0:4-Lauf ausgleichen und in Führung gehen. Der VfL verlor jetzt komplett die Fassung, vergaß die Regeln ordentlichen Angriffsspiels und musste auf der anderen Seite durch Gegenstöße und den überragend aufgelegten Rechtsaußen der Gäste Gegentor um Gegentor hinnehmen. Über 6:8 und 8:11 konnte sich der Gast eine 8:13-Führung herausspielen. Vor der Pause verkürzte der VfL noch auf 9:13, ging aber trotzdem mit vier Toren Rückstand in die Kabine.

Beim Pausentee wurde es zu Recht etwas lauter. Bochum hatte die einfachen Lösungen aus den Anfangsminuten vergessen und die Bissigkeit vermissen lassen. Das sollte und musste sich im zweiten Durchgang ändern.

Aus der Kabine kamen die Bochumer im Angriff deutlich verbessert und ließen zumindest den Abstand nicht größer werden. Über 11:15 und 16:20 gelangt es allerdings bis zur 45. Minute nicht, richtig an die Gäste heranzukommen. Immer wieder waren es individuelle kleine Fehler, die sehr gute Ansätze zunichtemachten und die Aufholjagd bremsten. In den letzten zehn Minuten entwickelte sich dann eine Nervenschlacht. Bochum kam Tor um Tor heran und war beim 22:23 in Schlagdistanz. Zwei schnelle Tore der Recklinghausener in Kombination mit Schiedsrichtern, die ihre Linie und ein wenig die Spielkontrolle verloren sorgten dafür, dass die Bochumer sich mit einer offenen Deckung wieder herankämpfen mussten. 30 Sekunden vor Ende stand es 24:25, bevor der Kreisläufer der Bochumer gegen den Recklinghausener Mittelmann zu spät kommt. Rot, Freiwurf und Recklinghausen bekommt die Zeit, das Spiel ruhig herunterzuspielen. Die Festung Lohring ist gestürmt, der VfL verliert mit einem Tor.

Was bleibt nach einem so intensiven Spiel? Sicherlich kann man individuelle Fehler und einzelnen Pfiffe der Schiedsrichter für eine solche Niederlage verantwortlich machen. Letztendlich muss jedoch die sportliche Meinung sein, dass die Mannschaft dieses Spiel selbst verloren hat. Insbesondere in den ersten 30 Minuten fehlte es an Konzentration und Fokus. Beschäftigung mit den Schiedsrichtern hat uns wieder einmal aus dem bereits gefundenen Rhythmus gebracht. Dadurch sind wir so stark in Rückstand geraten, dass gegen clever spielende Gäste die Aufholjagd knapp scheiterte. Zudem haben Deckung und Torhüter den für 13 Tore verantwortlichen Rechtsaußen der Gäste nie wirklich in den Griff bekommen. Die Gründe für die Niederlage sind unter der Woche im Training aufzuarbeiten, um es bei der nächsten Chance gegen Rauxel-Schwerin am kommenden Wochenende besser zu machen. Kopf hoch, Mund abputzen und reinknien.

Sich gegen die Niederlage gestemmt haben: David Peters (TW), Dennis Kocian (TW), Leo Hadram (6), Daniel Verhoeven (4), Pascal Bräuter (4), Moritz Wetzel (5/3), Paul Ruppersberger, Niklas Willrodt (1), Jannik Kocian (2), Torben Aspöck (1), Julius Kirschner (1)