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Aller guten Spiele sind drei

Aller guten Spiele sind drei

Elmar Herne – VfL Bochum 21:24 (11:15)
Nach zuletzt zwei knappen Niederlagen gegen Ruhrbogen und Sprockhövel ging es für die Bochumer Handballer am Samstag, den 17.03. abends nach Herne. Gastgeber Elmar Herne hatte man im Hinspiel Mitte November noch klar geschlagen, sah sich jetzt mit einer umformierten Truppe aber erneut vor einer schweren Aufgabe. Mit neuformiertem Rückraum wollte man durch schnelles Spiel vorne dem Gegner früh den Zahn ziehen und aus dem Positionsangriff die individuelle Stärke nutzen. Vorab sei so viel gesagt – geklappt hat zumindest dieser Teil des Matchplans nicht. Der Boden der Halle war ziemlich rutschig, so dass Wackler, Überzieher oder ähnliches quasi unmöglich waren.

Der VfL startete trotzdem gut in die Partie, konnte insbesondere in der Deckung mit einer massiven 6:0 immer wieder technische Fehler und unvorbereitete Würfe erzwingen und sich gerade in der Anfangsphase auf einen gut aufgelegten Torhüter verlassen. Im Angriff spielte man konzentriert, suchte nicht direkt den Abschluss und zog daher in der ersten Viertelstunde auf 3:7 davon. Obwohl der VfL in dieser Anfangsviertelstunde gezeigt hatte, dass er den besseren und konzentrierteren Handball spielen konnte, ließ er den Gastgeber aus Herne beim 8:9 in der 21. Minute wieder herankommen. Im Angriff hatte man sich einige unvorbereitete Würfe genommen, hinten waren Abwehr und Torwart einige Rückraumwürfe durchgerutscht und Team-Timeout VfL. Nach der Auszeit wurde das Spiel wieder besser, der Rückraum traf dreimal in Folge und da Elmar in dieser Phase nur durch Siebenmeter zum Erfolg kam, war beim 9:13 der Vier-Tore-Abstand wieder hergestellt. Nach Treffern auf beiden Seiten ging es mit 11:15 in die Kabine.

Beim Pausentee wurde angesprochen, dass die Bochumer eindeutig die bessere Mannschaft waren, diese Überlegenheit aber nur dann ausspielen konnten, wenn sie sich auf ihre Stärken besannen.

Nach der Pause zeigten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Elmar versuchte, die erhaltenen Zeitstrafen mit einem zusätzlichen Feldspieler zu kompensieren, was die Bochumer dazu einlud, gewonnene Bälle am leeren Tor vorbeizuwerfen. Nachdem beim 17:22 in der 49. Minute sogar VfL-Trainer Rob Fischer sein Comeback gegeben hatte und mit einem Tor, einer gelben Karte und einmal zwei Minuten die gesamte Bandbreite des Handballsports zeigte, verlor der VfL in den fünf Minuten danach die Fassung. Vorne wurden die Bälle verloren oder klare Torchancen nicht genutzt, hinten war die Abwehr nicht mehr ganz so konsequent. Beim 21:22 – einem Wurf, der dreimal Aluminium und den Hinterkopf des Torwarts nutzte – war der Gastgeber in Dunkelblau längst wieder in Schlagdistanz. Die letzten viereinhalb Minuten waren Crunchtime. VfL-Zeit, zumindest vor den Spielen gegen Ruhrbogen und Sprockhövel. Auch in Herne zeigt der VfL in Weiß, dass ers noch kann. Der Torwart schnappt sich einen Gegenstoß und pariert gegen den Kreisläufer und vorne macht der VfL mit den letzten beiden Toren der Partie endgültig den Deckel drauf. 21:24, zwei Punkte mitgenommen. Geht doch.

Nach zuvor zwei sieglosen Spielen zeigt die Fischer-Sieben in Herne, dass zwar bei weitem nicht alles Gold ist, was glänzt, aber eben auch, was sie kann. Gegen Elmar geben am Ende die individuelle Klasse und die Moral den Ausschlag. Weiter geht es nach der Osterpause gegen Riemke.

In Herne bestanden haben: David Peters (TW), Max Birkemeier (7), Youssef Bolljalala (1), Michael Frantz (2), Paul Ruppersberger, Robert Fischer (1), Max Weiss (3), Bastian Degen (4), Torben Aspöck (3), Dean Cyprian (3), Kevin Atici, Pascal Cyprian.